Lange haben sie für Demos Schule, Studium oder Lehre vernachlässigt. Jetzt glauben die Schweizer Klimaaktivisten nicht mehr daran, dass sie die Welt retten können.

Sie sind am Ende ihrer Kräfte. Das Feuer, das die Greta-Bewegung vor dreieinhalb Jahren in ihnen ausgelöst hat, ist erloschen.

Die Demos hauen nicht mehr hin. Der Druck funktioniert nicht. Es wird für die Aufrührer immer mühsamer, junge Leute auf die Strasse zu bringen.

Klimastreik-Aktivist Cyrill Hermann ist fix und foxi. Gegenüber dem Sonntagsblick sagte der 18-Jährige: «Wir sind ausgelaugt und mögen nicht mehr.»

Während einer langen Zugfahrt von Spanien in die Schweiz ist er so frustriert, dass er sogar sagt: «Ich verstehe jeden, der fliegt.»

Ähnlich redet auch seine abgekämpfte Kollegin, die Zürcher Biologie-Studentin Anna Lindermeier: «Es ist besser, den Finanzplatz anzugreifen, als alle vom Fliegen abhalten zu wollen.»

Lindermeier ist Mitbegründerin des «Strike for Future». Der Aktionstag am 9. April war ein Reinfall, ebenso die Kooperation mit der Unia, der grössten Gewerkschaft des Landes.

In ihrer Desillusionierung versuchen inzwischen immer mehr Aktivisten, zu sabotieren und zu blockieren. Manche sind mittlerweile enttäuscht von ihrem Idol Greta Thunberg.

Sie hatten erwartet, dass die Aktivistin am WEF (22. bis 26. Mai) teilnimmt. Die Schwedin hat abgesagt.