Die AfD beansprucht nach ihrem Wahlerfolg den Otto-Wels-Saal im Bundestag für sich – und sorgt mit einer provokativen Aussage bei der SPD für Empörung. Die Fraktion beruft sich auf ihr Recht, den zweitgrössten Fraktionssaal zu erhalten. Der bisherige Nutzer, die SPD, will den Saal allerdings nicht kampflos aufgeben.

AfD-Fraktions-Geschäftsführer Bernd Baumann erklärte RTL, Otto Wels, der 1933 als SPD-Abgeordneter gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz gestimmt hatte, wäre heute «eher einer von uns». Diese Aussage dürfte die SPD besonders empören, gilt Wels doch als Symbolfigur des sozialdemokratischen Widerstands gegen die Nationalsozialisten.

Der Ältestenrat des Bundestags muss nun entscheiden, ob die AfD den Raum erhält. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich betonte, der Saal habe für seine Partei grosse historische Bedeutung.

Polotologe Professor Werner Patzelt sagte im Gespräch mit der Weltwoche, die AfD sei nach dieser Bundestagswahl «Deutschlands wichtigste Arbeiterpartei». Dies zeige die Wählersoziologie, so Patzelt.