Ein anonymer Denunziant hat kürzlich auf Twitter Audi beziehungsweise VW angefeixt, weil der Konzern auf dem Blog «Achgut» Werbung schaltete. Deren Social-Media-Team reagierte prompt, bedankte sich artig und versprach Besserung. Man werde die hausinterne Blacklist (sic!) entsprechend überarbeiten.

Den Worten folgten Taten: «Achgut» wurde von seiner Medienagentur in Kenntnis gesetzt, dass sich ein «Premiumkunde» beschwert habe und man sich gezwungen sehe, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung einzustellen. Aspekte wie die vertraglich vereinbarte Pflicht zur friedlichen Konfliktbeilegung, zur Abmahnung oder zur Einhaltung einer Kündigungsfrist sind in Zeiten geistiger und rechtlicher Verwahrlosung ohne jeden Belang.

Die anonymen Hetzer machten weiter. Es steht mittlerweile fest, dass eine konzertierte Kampagne am Laufen ist. Diese bedient sich mit Bezug auf die Person des Achse-Gründers Henryk M. Broder auch gezielt antisemitischer Motive.

Bedenklich ist auch das Schweigen – oder ist es stille Schadenfreude? – der meisten anderen Medien, die ihre eigene Freiheit und Unabhängigkeit offenbar für in Stein gemeisselt halten.

Viele von ihnen könnten sich ein Stück abschneiden vom Freiheitsbegriff der SVP: Als der Wochenzeitung WOZ vor einigen Jahren die Akkreditierung ans World Economic Forum (WEF) verweigert worden war, zögerte Nationalrat Alfred Heer nicht, dem linken Blatt zu helfen. Das WEF sei zwar eine private Veranstaltung, schrieb er in einem Vorstoss, es habe aber eine öffentliche Funktion, da die Panels weltweit übertragen würden. Auch sei die wirtschaftliche und politische Bedeutung offensichtlich, weshalb die Eidgenossenschaft grosse Mittel dafür aufwende, die Sicherheit zu gewährleisten. Am nächsten WEF war die WOZ dabei.

Wer der Freiheit der Andersdenkenden keine Bedeutung zumisst, muss wissen: Freiheit, die nur Gleichdenkenden zugestanden wird, ist keine.