So gut haben sich die Polen wohl seit 1609 nicht mehr gefühlt, als ihre Truppen Moskau besetzten und sie ihren Prinzen Wladyslaw als Zaren installierten.

Jetzt können sie wieder gegen den Erzfeind ins Feld ziehen. Vorerst noch mittels ukrainischer Hilfstruppen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Soeben hat Warschau mehrere Sprossen auf der Eskalationsleiter erklommen, die ins nukleare Armageddon führen kann. Polen liefert Kiew Kampfjets – trotz Bedenken sogar von Uncle Sam, der dem Muster-Verbündeten meist anerkennend den Kopf tätschelt.

Tatsächlich bauen die USA Polen zur Speerspitze ihrer Russland-Strategie auf. Zehntausend GIs sind in der Grenzstadt Rzeszow stationiert, die Dreh- und Angelpunkt militärischer Planungen des Pentagon geworden ist.

Washington treibt damit einen Keil in die EU. Deren westliche Mitglieder sehen mit Unbehagen, wie Warschaus Säbelrasseln den Konflikt anheizt.

Polens historisches Russland-Abenteuer ging übrigens schief. Kurzfristig für Russland, das in Anarchie versank. Langfristig für Polen, sobald sich der grössere Nachbar wieder erholt hatte.