Im Weltsport gilt das Prinzip der Sippenhaftung. Egal, ob Wimbledon, Fussball-WM oder Olympische Spiele – Sportler aus dem flächengrössten Land der Erde sehen die Rote Karte (oder werden im besten Fall dazu genötigt, unter neutraler Flagge anzutreten).

In der Schweizer Eishockey-Meisterschaft gelten andere Gesetze.

Dort ist es ausgerechnet ein gebürtiger Russe, der im Play-off-Final zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug den Unterschied ausmacht und den Zürchern schon am Montag den zehnten Titel sichern könnte: Denis Malgin, eleganter Läufer, genialer Passgeber und brillanter Vollstrecker.

Am späten Mittwochabend war das 2:1 gut drei Minuten vor Schluss des zweiten Finalspiels bereits sein vierter Siegtreffer in diesen Play-offs. In der Halbfinalserie gegen Fribourg-Gottéron hatte er die Spiele eins und drei jeweils in der Verlängerung entschieden.

Denis Malgin verdankt den Schweizer Pass seinem Vater Albert, der 1993 als Eishockey-Profi in die Schweiz kam und hier eine neue Heimat fand.

Dass Denis das Trikot der Lions trägt, ist nicht selbstverständlich. Als der ZSC 2018 seinen letzten Meistertitel feierte, spielte der hochbegabte Stürmer in der NHL. In vier Saisons absolvierte er in Nordamerika über 190 NHL-Spiele und sammelte dabei sechzig Skorerpunkte, ehe er vor zwei Jahren von Toronto ausgemustert wurde.

Nun zaubert Denis Malgin wieder auf Schweizer Eis – und verdreht mit seinen Sturmpartnern Sven Andrighetto und Denis Hollenstein den Zürcher Fans die Köpfe.

Auf die Frage, weshalb er und sein Team auch nach Rückständen die Ruhe bewahren und immer an den Erfolg glauben, sagt Malgin im waschechten Schwiizertüütsch: «Es ist Hockey. Das Spiel dauert sechzig Minuten oder länger. Wir verfallen nie in Hektik.»

Und die Moral der Geschichte? So einfach ist Eishockey.

Und Sieger haben immer recht – sogar wenn sie aus Russland kommen.