Während der SP im Bundesratsrennen taktische Fehler unterliefen – Nichtberücksichtigung von jungen Frauen, die unerwünschte Kandidatur von Daniel Jositsch oder, dass man die Unbeliebtheit von Eva Herzog unterschätzte –, lieferte die SVP ab.

Bereits im ersten Wahlgang setzte sich Albert Rösti souverän durch. Wie populär der Berner im Parlament ist, zeigt sich nach seiner Kür. Minutenlang wollten ihm Ratskollegen aus allen Lagern gratulieren und das Beste wünschen.

Fair bedankte sich der neue Bundesrat der Volkspartei in seiner Antrittsrede bei seinem Mitbewerber Hans-Ueli Vogt. Tatsächlich machte der Rechtsprofessor eine gute Figur. Interessante Aussagen in Interviews und sein fast schon legendärer Konter gegen die unflätige Operation-Libero-Co-Präsidentin Sanija Ameti («Ich kann mir, politisch betrachtet, keinen von Ihnen schöntrinken») belegen, wie gut sich der Hochschullehrer geschlagen hat.

Die Bundesratswahlen sind passé. Die Volkspartei hat in den vergangenen Wochen beste Werbung in eigener Sache betrieben.