Es ist irgendwie besorgniserregend: Das Staatssekretariat für Migration (SEM) gab auf Anfrage der Weltwoche bekannt, dass sich per letzten Freitag 66.894 Schutzbedürftige aus der Ukraine in der Schweiz aufgehalten haben.

Bisher hätten insgesamt 76.601 Personen den Status S erhalten. Bei 9707 Personen sei er wieder beendet worden.

Was bedeutet das nun?

Sind die knapp 10.000 Ukrainerinnen und Ukrainer, bei denen der S-Status beendet wurde, bereits zurück in ihr Heimatland gereist?

Dies vermutet das SEM – Gewissheit hat die Migrationsbehörde von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) aber nicht.

Da sich nur wenige bei den Behörden unter Angabe einer konkreten Destination abmelden, lasse sich die Zahl der Rückkehrer nicht beziffern, gibt ein Sprecher des SEM zu verstehen.

Ausserdem seien die Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine im Besitz eines Schengen-Visums und könnten sich damit relativ frei innerhalb von Europa bewegen.

Sie könnten aber genauso gut in der Schweiz geblieben sein.

Die Ungewissheit über den Verbleib von 10.000 Ukrainerinnen und Ukrainern erweckt den Eindruck, als hätte die Migrationsbehörde des Bundes die Kontrolle über den Flüchtlingsstrom verloren.

Man fragt sich, wie das Amt kontrollieren will, dass die Ukraine-Flüchtlinge nach Kriegs-Ende – wie vom Bundesrat versprochen – tatsächlich in ihre Heimat zurückkehren.