Das Geld sitzt in Bern locker: Der Bundesrat hat beschlossen, für 780 Millionen Franken weitere 33 Millionen Dosen Corona-Impfstoff zu kaufen.

Der Nationalrat stimmte diesem Kauf am Montagnachmittag mit grosser Mehrheit zu – obwohl es zu Recht ein paar Einwände zum geplanten Grosseinkauf gab.

Bundesrat Ueli Maurer, der als Finanzminister diese Ausgaben verteidigen musste, meinte auf die Frage eines Nationalrates, dass «wir hier wahrscheinlich grosszügig vorsorgen, um wirklich gut gewappnet zu sein».

Tatsächlich reicht die eingekaufte Menge aus, um allen Schweizerinnen und Schweizern serienweise Impfdosen zu verabreichen.

Wäre es nicht klüger gewesen, nur für die vulnerablen Gruppen genügend Vakzine einzukaufen? Glauben Bundesrat und Parlament im Ernst, dass im kommenden Herbst die Eidgenossen in Massen zum Impfen pilgern werden?

Während der letzten zwei Jahre, als der Bevölkerung mit allen möglichen Gespenstergeschichten Angst eingejagt wurde, liessen sich nicht einmal 70 Prozent der Bevölkerung gegen Corona immunisieren. Und diese fast 70 Prozent kamen auch nur zustande, weil man mit der Einführung der Zertifikatspflicht und dem Ausschluss Ungeimpfter vom gesellschaftlichen Leben massiven Druck ausgeübt hatte.

Corona hat seinen Schrecken längst verloren. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein grosser Teil dieser 33 Millionen Dosen verfallen, ehe sie verabreicht werden können.

Aber wie gesagt: Das Geld sitzt in Bern zurzeit eben etwas locker.