Lehrerinnen und Lehrer sehen sich in der Schweiz täglich mit Gewalt konfrontiert. Es geht um psychische Gewalt wie Bedrohungen, Beschimpfungen und Einschüchterungen. Aber auch physische: Lehrer werden gebissen, geschlagen, mit Gegenständen beworfen.

Dies ist das Resultat einer repräsentativen Studie, die am Montag der Lehrer-Dachverband vorgestellt hat. 5400 Lehrerinnen und Lehrer aus der Deutschschweiz beteiligten sich an der Umfrage zu Gewalterfahrung.

Resultat: Zwei von drei der Lehrpersonen haben in den vergangenen fünf Jahren persönlich Gewalt erlebt.

Diese Zahl auf die 100.000 Lehrpersonen in den deutschsprachigen Regionen der Schweiz hochgerechnet, macht 65.000 betroffene Personen. Bei rund 43.000 Lehrpersonen führten die negativen Erfahrungen zu einer emotionalen Belastung über längere Zeit.

Dagmar Rösler, Präsidentin des Lehrer-Dachverbands, kommentiert in der NZZ: «Jeder dieser Fälle von Aggressivität ist ein Fall zu viel.»

Über das Täterprofil wird allerdings kein Wort verloren. Nichts.

Auch nicht vor dem Hintergrund, dass unlängst ein Bericht von der Sonntagszeitung für Schlagzeilen sorgte. Thema: sexuelle Übergriffe an Schülerinnen.

Eine Umfrage ergab, dass 22 Prozent der Sek-B-Schülerinnen, 7 Prozent Gymnasiastinnen und 12 Prozent Sek-A-Schülerinnen bereits Opfer von sexueller Nötigung geworden sind.

«Wenn die patriarchal geprägten Normen dominieren, wie häufig im migrantischen Millieu, dann gehen damit gewisse Haltungen einher», verriet Kriminologe und Studienleiter Denis Ribeaud im Interview.

Eine «möglichst gute Durchmischung» könne die Situation für Mädchen verbessern. Zitat: «Die meisten mittelständischen Eltern lassen sich ziemlich viel einfallen, damit ihr Kind nicht in eine Schule mit hohem Migrationsanteil gehen muss.»

Was ist nun aber zu tun, um die Situation für Lehrer zu verbessern? Wo liegt das Problem? Wer sind die Täter? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Beobachtungen mit Ihren Kontaktdaten an: input@weltwoche.ch. Ihre Personalien werden vertraulich behandelt.