Wo sind sie, wenn man sie braucht – die woken Sturmabteilungen, die uns einbläuen, was richtig und was falsch ist?

Ohne sie würden wir nie den Rassisten in uns erkennen. Nie wissen, dass Indianerkostüm, Rastalocke, Batikbluse Zeichen imperialistischer, kolonialistischer kultureller Aneignung sind.

Und jetzt dies: Ausgerechnet Ursula von der Leyen, Patronin penibler politischer Korrektheit, hat sich kulturell vergangen. Und das noch ausgerechnet am heiligen Heldenvolk der Ukrainer.

Stolz posierte sie in einer Wyschywanka, der traditionellen bestickten Trachtenbluse. Vor ihr – Ältere werden sich erinnern – war Sowjet-Parteichef Nikita Chruschtschow der letzte Polit-Promi, der sie gerne anzog.

Darf von der Leyen das? Was kommt als Nächstes? Lässt sie die Stahlhelm-Frisur umbauen zum Haarkranz à la Julija Tymoschenko?

Wo bleibt der Protest des feinfühligen Ukraine-Botschafters Melnyk?

Wie? Der ist belastet? Stimmt, er eignet sich ja selbst fremde Kulturen an. Zuletzt einen bayerischen Trachtenjanker.