Zum 100. Geburtstag soll man Nettes sagen. Das dachte sich wohl auch die Weltwoche, als sie den Historiker Andrew Roberts um einen Gratulationsartikel für den früheren amerikanischen Aussenminister Henry Kissinger bat («Ein echter Intellektueller», Weltwoche Nr. 21/23). Roberts enttäuschte die Erwartungen nicht. Seine Lobrede uferte in eine Heiligsprechung aus – Duftmarke: «Die Leser seiner Bücher werden sich, auch lange nachdem er in den grossen West Wing im Himmel gegangen sein wird, an seinen Aphorismen und Bonmots vergnügen.» Auch Roberts’ britische Ironie kaschierte den publizistischen Liebesdienst nur notdürftig («Auf meinem Schreibtisch steht ein Foto von Kissinge ...
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Ohne die Veröffentlichung dieses Artikels würde ich mein WW-Abo nicht verlängern. Denn das, was Kissinger so alles auf dem Kerbholz hat, sollte niemals vergessen werden.
Die Laudatio vom 27.5.23 hätte sich die WW dagegen schenken können.
Die Amerikaner sind Weltmeister in Steuerung und Errichtung von „PUBLICITY“. Hast du einen guten Draht zu diesen MACHERN, kannst du es fast bis zum lieben Gott bringen. Natürlich nicht ohne Profit für die Macher. Die Zahlung war für K. kein Problem. Und so konnte er auch gelegentlich sehr wirksam mehrmals die hilfreiche andere Sicht zur Geltung bringen.
R.Zeyer`s Beitrag zeigt in dankenswerter Weise die unvorstellbaren Verstrickungen von diversen Leuten, die sich ihr Leben lang in sog. diplomatischen Diensten in verbrecherischer Weise mit
Hochfinanzmammon durchgeschwindelt haben. Das mit diesem Charakter 100 Jahre zur Verfü-
gung standen, zeigt einiges über das allgemeine Weltbewusstsein auf. ?DIPLOMATIE? ist eben als
das akademisierte Berufslügnertum zu verstehen. Wird auch in Zukunft kaum zu ändern sein?!
Es grüsst r. k.
Der große Peter Scholl-Latour hat in seinem heute immer noch lesenswerten und spannenden Vietnam-Buch "Tod im Reisfeld" sehr eindrucksvoll die von Kissinger verantworteten Kriegsverbrechen beschrieben. Die apokalyptische Zerstörung des friedlichen Kambodscha ist nur eins von vielen Beispielen. Vieles wiederholt sich heute in der Ukraine. Immer trifft es am Schlimmsten die Zivilbevölkerung. Ich verabscheue die amerikanische Geostrategie.
Da fragt man sich schon, ob es eine höhere Macht für diesen Globus gibt. So viel Dreck am Stecken und mit 100Jahren relativ gesundem Leben noch für diese Untaten belohnt zu werden.
Wer den von China erstellten US-Report (https://news.cgtn.com/news/2023-02-20/U-S-Hegemony-and-Its-Perils-1hzPTDFI8KI/index.html - siehe Weltwoche 19.3.23) gelesen hat, kann über die peinliche Lobhudelei, mit der man den Verbrecher Kissinger beglückt hat, nur den Kopf schütteln. Kissinger ist ein typisch amerikanischer Ramborüpel, der auf grässliche Weise in die Reihe der widerwärtigen Figuren à la Victoria Nuland ("fuck the EU"), Robert Kagan, Zbigniew Brzezinski et alt. passt.
Egal ob Kissinger je vor einem irdischen Gericht stehen wird oder nicht; es gibt ein Gericht nach seinem Ableben und da möchte ich, ehrlich gesagt, nicht in seiner Haut stecken. In
Hebräer 10, 31 heißt eis dazu:
"Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!"
@bugelmuc: Gott ist Liebe!
Wer all die unwiderlegbaren Fakten über Kissinger, welche in unzähligen Veröffentlichungen schwarz auf weiß dargelegt wurden, kennt, und seien davon nur ein Bruchteil wahr, muss zu dem Schluss kommen, dass dieser Mensch eindeutig ein Kriegsverbrecher ist, der schon lange in Den Haag auf die Anklagebank gehört hätte. Allerdings ist er ja im Gegensatz zu Putin ein US-Politiker, welcher dort Narrenfreiheit genießt.
Kissinger gehört zur der Sekte der unberürbare, welche über das Recht und die Moral steht.
Summiert man die positiven und subtrahiert die negativen Taten kommt man am Schluss zur Versuchung die Differenz nahe bei Null anzusiedeln.
Jeder Mensch muss mit seinem Gewissen ins Reine kommen. Mich wundert schon lange, wie Leute welche an der Macht sind, einzelne Ermordungen oder ganze Kriegsverluste, die sie indirekt zu verantworten haben, verkraften können. Wahrscheinlich wissen sie es selbst nicht und ignorieren es einfach.
Als unwürdigster Vertreter, aber in guter Gesellschaft als Friedens Nobelpreisträger. Leider merkt man vieles erst später.
Wer da teilweise in den letzten Jahren mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde. Da kann es einen schon grausen.
Ein heisser Anwärter für den nächsten Friedensnobelpreis ist der ukrainische Oligarch und Warlord Selinski. Nachdem ja alle zu Zeit von Ukraineunterstützung mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln regelrecht besoffen sind.