Die Ecostop AG in Bubendorf ist ein KMU mit 650 Stellenprozenten, das die Tankstellen seiner Partner mit Treibstoff versorgt. Hier tankt man laut dem TCS-Tankradar günstiger als im Rest der Schweiz.

Das fiel auch den Journalisten bei SRF auf. Für einen Beitrag über Benzinpreise in der Sendung «10 vor 10» kontaktierte die Redaktion die Firma mit einigen Fragen und hielt dort selbst fest: «Ecostop ist im schweizweiten Vergleich die günstigste Tankstellenkette, mit 1.69 pro Liter Bleifrei, gerechnet übers Jahr 2024.»

Bei der Firma gab man gerne Auskunft und freute sich über die mediale Aufmerksamkeit. Die blieb dann aber aus. Denn in dem bewussten TV-Beitrag wurde die Marke Ecostop nicht einmal erwähnt.

Stattdessen ziehen sich Bilder von Standorten der Firmen BP und Ruedi Rüssel durch die Sendung. Beide gehören zum Schweizer Mineralölkonzern Volenergy. Eine Tankstelle von Ruedi Rüssel in Balsthal wird als günstigste bezeichnet.

Ein Vertreter von Volenergy erklärte vor der Kamera den Preis damit, man habe nachziehen müssen, weil «eine der Tankstellen im Ort den Preis deutlich unterboten» habe.

Die besagte Tankstelle ist diejenige von Ecostop. Das KMU sorgte also erst für die sinkenden Preise in der Region. Ohne ihren offensiven Kurs hätte sich die Konkurrenz kaum bewegt, wie deren Aussage zeigt. Dennoch erhielt sie bei SRF eine grosszügige Plattform mit mehrfacher Nennung des Namens und Einblendung des Logos. Während der Preisbrecher totgeschwiegen wurde.

Ecostop hat mit einer Stellungnahme an SRF reagiert. Als Beilage wurde die Rechnung für die Radio- und TV-Gebühren beigelegt, die ironischerweise am Tag der Ausstrahlung des Beitrags eingetroffen war.

1500 Franken pro Vollzeitangestelltem pro Jahr zahlt die Firma für das Programm der SRG. Und bemerkt im Schreiben süffisant, man würde dieses Geld «lieber für weitere Preissenkungen einsetzen als für solche Sendungen».