Die Stadt Göttingen hat grünes Licht für den Abriss eines Mehrfamilienhauses erhalten, das um 1,26 Meter höher als erlaubt gebaut wurde. Das Verwaltungsgericht Göttingen wies eine Klage der Immobilienfirma ab, die sich gegen den Abriss wehrte.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass das Gebäude vorsätzlich gegen Bauvorschriften errichtet worden sei. Die Stadt betonte, es gehe darum, ein Zeichen für die Einhaltung von Bauvorschriften zu setzen. Seit zehn Jahren steht die Baustelle still, der Bauherr sucht weiterhin nach einem Kompromiss, bislang ohne Erfolg, berichtet der Sender NDR.

Für das Gebäude lag keine Genehmigung für eine Abweichung von der vorgeschriebenen Traufhöhe von 6,5 Metern vor. Tatsächlich wurde es mit einer Höhe von 7,76 Metern errichtet. Ein zuvor genehmigter Antrag auf eine geringfügige Abweichung wurde überschritten, woraufhin die Stadt 2016 einen Abrissbescheid erliess. Ein Widerspruch des Bauherrn und zwei Gerichtsverfahren blieben erfolglos.

Die Stadt Göttingen hält an ihrem Vorgehen fest, bleibt aber gesprächsbereit – allerdings nur im Rahmen der bestehenden Bauvorschriften.