Die US-Wirtschaft steuert laut einer aktuellen Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs mit wachsender Wahrscheinlichkeit auf eine Rezession zu. Grund dafür seien die von Präsident Donald Trump angekündigten massiven neuen Importzölle, die bereits ab Mittwoch in Kraft treten sollen. Die Bank hat ihre Prognose für eine Rezession innerhalb der nächsten zwölf Monate auf 35 Prozent angehoben – ein deutlicher Anstieg gegenüber den bislang geschätzten 20 Prozent.

Goldman Sachs warnt, dass die angekündigten Strafzölle das Wirtschaftswachstum dämpfen, die Inflation anheizen und die Arbeitslosigkeit erhöhen könnten. Die Endjahresprognose für die Inflation wurde auf 3,5 Prozent angehoben, während das erwartete BIP-Wachstum auf nur noch 1 Prozent gesenkt wurde – der niedrigste Wert seit 2020. Die Arbeitslosenquote könnte demnach auf 4,5 Prozent steigen, was den höchsten Stand seit Oktober 2021 bedeuten würde.

Trump selbst bezeichnete den kommenden Mittwoch als «Liberation Day» für die amerikanische Wirtschaft. Die geplanten Zölle betreffen praktisch alle wichtigen Handelspartner, darunter auch die Europäische Union.

Besonders betroffen könnten laut Goldman Sachs europäische Exporteure wie deutsche Autohersteller und französische Luxusgüterkonzerne sein. Der Wirtschaftsraum der Euro-Zone könnte demnach bis Ende 2026 ein um 0,7 Prozent niedrigeres BIP aufweisen als in einem Szenario ohne Zölle.

Die EU kündigte unterdessen eine «zeitnahe, robuste und abgestimmte» Reaktion auf die US-Pläne an. Experten warnen bereits vor einem ausgewachsenen Handelskrieg mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft.