Die UBS gibt sich gerne ökologisch. Doch die Realität ist eine andere. Jetzt soll mehr Geld in die Rüstungsindustrie fliessen.

Dafür hat die Grossbank, die im Asset-Management 1,8 Billionen Dollar verwaltet, im März ihre Richtlinien für das «Sustainable Investing» angepasst, also das «nachhaltige Investieren». Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Bank hervor.

Über sogenannte Klimafonds (Sustainable Investing Focus und Impact-Fonds) kann die UBS nun auch Geld in Firmen stecken, die mehr als 10 Prozent ihres Umsatzes mit Rüstungsgütern machen. Dies war bisher nicht möglich.

Beim Schweizer Finanzkonzern nennt man das «regelbasierte Aktienstrategie UBS Climate Aware». Die Strategie ziele darauf ab, «klimabezogene Risiken zu mindern» und eine «kohlenstoffarme Wirtschaft» voranzutreiben.

Nach wie vor verboten sind Investitionen in sogenannte kontroverse Waffen – wie etwa Streumunition, biologische Waffen oder Atombomben.

Was die genauen Hintergründe für die Anpassungen sind, erläutert die UBS auf Anfrage der Weltwoche nicht näher.

Vieles deutet darauf hin, dass die internationalen Entwicklungen hier eine Rolle gespielt haben dürften. Die britische Finanzmarkaufsicht, bekannt als Financial Conduct Authority (FCA), hat letzten Monat ihre Vorschriften aufgeweicht.

In England existieren keine «Nachhaltigkeitsvorschriften» mehr, «die Banken daran hindern, Kunden aus dem Verteidigungsbereich zu bedienen», schrieb die FCA jüngst.

Das gleiche Spiel in Deutschland. Der Bundesverband Investment und Asset Management hat seine Regeln ebenfalls gelockert.

Wenig verwunderlich, dass Rüstungsaktien in diesem Jahr stark an Wert gewonnen haben. Zahlreiche Länder haben zudem ihre Rüstungsausgaben erhöht.

Davon will auch die UBS profitieren. Gewittert wird ein Bombengeschäft – im wahrsten Sinne des Wortes. Verkauft wird das Ganze erst noch als «klimabewusste» Investition. Orwell lässt grüssen.