Ungarn hat den Rückzug aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angekündigt. «Die Regierung wird das Austrittsverfahren am Donnerstag im Einklang mit dem verfassungsmässigen und völkerrechtlichen Rahmen einleiten», erklärte Kanzleramtsminister Gergely Gulyás während des Besuchs von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (die Weltwoche berichtete) in Budapest.

Gegen Netanjahu liegt seit Ende November ein Haftbefehl des IStGH wegen mutmasslicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg vor. Ungarn empfing den israelischen Regierungschef dennoch. Orbán hatte den Haftbefehl zuvor als «unverschämt und zynisch» bezeichnet.