Das ungarische Parlament hat die jährliche Pride-Parade verboten. Mit 137 Ja- und 27 Nein-Stimmen verabschiedete die Mehrheit um Ministerpräsident Viktor Orbán die Gesetzesänderung, die öffentliche Versammlungen zur Feier nichtheterosexueller Identität untersagt. Während der Abstimmung zündeten Gegner des Verbots Rauchbomben im Plenarsaal.

Orbán hatte das Verbot bereits im Februar angedeutet: «Die Organisatoren der Pride sollten sich nicht um die Vorbereitung des diesjährigen Umzugs bemühen. Es wäre verschwendete Zeit und Geld.» Verstösse gelten nun als Ordnungswidrigkeit und können mit bis zu 200.000 Forint (rund 500 Euro) geahndet werden.

Offiziell begründet die Regierung das Verbot mit dem Kinderschutzgesetz. Seit 2021 sind Informationen über nichtheterosexuelle Lebensformen für Minderjährige in Ungarn eingeschränkt. Zudem plant die Regierung eine Verfassungsänderung zur strengeren Geschlechtsdefinition.