Es liegen immer mehr konkrete Beweise vor, dass Hamas-Terroristen am 7. Oktober israelische Frauen systematisch verstümmelt, misshandelt und vergewaltigt haben. Doch die führenden Frauenrechtsorganisationen der Welt, die selten ein Problem damit haben, Männern trotz dünnster Beweislage sofort sexuelle Gewalt vorzuwerfen, hüllen sich weitgehend in Schweigen, obwohl die Parole «Schweigen ist Gewalt» bei solch fortschrittlichen Gruppen besonders en vogue ist.

Empört angesichts dieses Schweigens und der Tatsache, dass sexuelle Gräueltaten der Hamas von Linken und Muslimen geleugnet werden, veranstaltete Israel am 4. Dezember eine Sonderkonferenz zu diesem Thema im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York.

 

Bodycam-Aufnahmen der Hamas

Die Hamas, auf deren Konto die Ermordung von 1200 Israeli geht, darunter 300 Frauen, bezeichnet den Vorwurf, ihre Kämpfer hätten israelische Frauen verstümmelt, misshandelt und vergewaltigt, als «haltlose Lüge». Aber selbst der linke TV-Sender CNN bezeichnete in seiner Berichterstattung von der Konferenz die vorgelegten Beweise für sexuelle Gewalt als «umfangreich und erdrückend».

Israelischen Ermittlern liegen mittlerweile rund 60 000 Videodokumente (darunter auch Bodycam-Aufnahmen von Hamas-Kämpfern) und mehr als tausend Zeugenaussagen sowie Autopsieberichte, forensische Gutachten und Aussagen gefangengenommener Hamas-Terroristen vor. Meni Binyamin, Auslandchef der israelischen Kriminalpolizei, sagte in einem Gespräch mit der New York Times, die Terroristen hätten «Dutzende» Frauen vergewaltigt und vermutlich sei keines der Opfer mehr am Leben.

«Die Hamas hat Vergewaltigung und sexuelle Gewalt als Kriegswaffe praktiziert.»

Ein Zeuge, der die Leiche einer Frau in einem Haus fand, sagte aus: «Sie hatte Nägel und verschiedene andere Objekte in ihrem Genital. Ihr Körper war derart zugerichtet, dass sie nicht mehr identifiziert werden konnte.» Ein anderer Zeuge, der zwei tote Frauen mit Armen und Beinen an einem Bett gefesselt vorfand, sagte: «Eine war sexuell terrorisiert worden. In ihrer Vagina steckte ein Messer, und ihre inneren Organe waren entfernt worden.» Ein dritter, der die Gruppenvergewaltigung einer Frau beobachtet hatte, sagte: «Sie schnitten ihr die Brust ab und warfen sie auf die Strasse.» Dann wurde das Opfer an einen anderen Terroristen weitergegeben. «Er drang in sie ein und schoss ihr in den Kopf, bevor er fertig war. Er schiesst und ejakuliert.»

Die ersten beiden Zeugen – Simcha Greinman, der bei der Konferenz sprach, und Nachman Dyksztejna, dessen Aussage nur schriftlich vorliegt – waren Freiwillige, die nach dem 7. Oktober bei der Bergung der Toten mitwirkten. Dyksztejna sagte, er habe Dutzende tote Frauen «mit zerfetztem Oberteil, aber komplett nacktem Hintern» gesehen.

Augenzeuge Nummer drei, nur als «Zeuge S» bekannt, hat das Supernova-Festival, das die Hamas-Terroristen überfielen und dabei 364 Menschen töteten, nur überlebt, weil sie sich totstellte. Sie wurde mit unkenntlich gemachtem Gesicht von Beamten der israelischen Polizei gefilmt, und das Video wurde im November Journalisten gezeigt.

Der israelische Uno-Botschafter Gilad Erdan erklärte den 800 Konferenzteilnehmern aus vierzig Ländern: «Die Hamas hat Vergewaltigung und sexuelle Gewalt als Kriegswaffe praktiziert. Es war keine spontane Entscheidung, Mädchen zu schänden und zu verstümmeln und begeisterten Schaulustigen vorzuführen. Es war vielmehr geplant. Das Schweigen der internationalen Organisationen, die angeblich für Frauenrechte eintreten, ist leider ohrenbetäubend.»

Die Co-Organisatorin Sheryl Sandberg, vormals Geschäftsführerin von Meta (Ex-Facebook) und selbst Jüdin, erklärte auf der Konferenz: «Am 7. Oktober hat die Hamas 1200 Menschen brutal ermordet, und in einigen Fällen wurden die Opfer zuvor vergewaltigt. Wir wissen das von Augenzeugen, wir wissen es von Armeesanitätern, wir würden es von Opfern wissen, wenn mehr von ihnen noch am Leben wären.»

In ihrer Empörung über die mangelnde Solidarität von Frauengruppen haben Jüdinnen den Hashtag hMeTooUnlessUrAJew eingerichtet. Das spielt auf die bekannte Parole der MeToo-Bewegung «We Believe You!» an, der zufolge jeder Frau, die einem Mann sexuelle Gewalt vorwirft, zu glauben ist – solange sie keine Israelin ist.

Auf der Konferenz zitierte die israelische Polizistin Yael Richert aus Zeugenaussagen von Überlebenden und Ersthelfern, die die sexuelle Gewalt der Hamas-Terroristen beobachtet oder eindeutige Beweise gesehen haben. «Es gab Mädchen, deren Becken wegen wiederholter Vergewaltigung gebrochen und deren Beine weit gespreizt waren», zitierte Richert einen Augenzeugen des Supernova-Festivals.

Shari Mendes, eine Reservistin, die auf einem Armeestützpunkt in Südisrael eingesetzt war, wo Opfer identifiziert und zur Bestattung vorbereitet wurden, erinnerte sich, dass viele «nur in blutiger Unterwäsche eintrafen» und etliche, denen man «in den Schritt, in die Geschlechtsteile, in die Vagina oder in die Brust geschossen» hatte. Captain Maayan, Zahnärztin und Reservistin auf demselben Stützpunkt, sagte in einem Interview mit der BBC: «Wir sehen Frauen aller Altersgruppen. Wir sehen Vergewaltigungsopfer. Wir sehen Frauen, die missbraucht wurden. Wir haben Pathologen, wir sehen die Blutergüsse, wir sehen die Stichwunden und die zerfetzten Partien, und wir wissen, dass sie sexuell missbraucht wurden.» Auf die Frage, wie gross der Anteil der Vergewaltigten und sexuell Misshandelten unter den Leichen sei, sagte Maayan: «Sehr gross.»

Zum Beweismaterial gehören Bodycam-Aufnahmen von Hamas-Terroristen, die eine gefesselte Geisel zeigen, mit Schnittwunden an den Armen und einem grossen Blutfleck auf der Sitzfläche ihrer Hose. Ein anderer erbeuteter Film zeigt nackte oder spärlich bekleidete weibliche Geiseln. Auf mehreren Fotos sind die Leichen von Frauen zu sehen, nackt von der Hüfte abwärts oder mit halb weggezerrter Unterwäsche, die Beine weit gespreizt, mit Zeichen von Verletzungen im Genitalbereich und an den Beinen.

Bis weit ins 20. Jahrhundert wurde die Vergewaltigung im Krieg als unvermeidliche Folge angesehen.Dennoch hat weder UN Women (die Uno-Organisation für den Schutz von Frauenrechten) noch die MeToo-Bewegung unmissverständlich Solidarität mit israelischen Frauen ausgedrückt oder die sexuelle Gewalt der Hamas verurteilt. UN Women beispielsweise hat sich nur besorgt über die Situation der palästinensischen Frauen geäussert, jedoch am 4. Dezember, also zwei Monate nach dem Massaker, ein Statement abgegeben, in dem es heisst: «Wir verurteilen eindeutig die brutalen Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Wir sind beunruhigt angesichts der zahlreichen Berichte über geschlechtsspezifische Gräueltaten an Frauen und sexuelle Gewalt während dieser Angriffe.»

 

Zeugnisse aus der «Ilias»

Inzwischen verurteilt UN Women also die brutalen Angriffe der Hamas, aber die brutalen sexuellen Angriffe auf israelische Frauen werden nicht verurteilt, sondern nur als «Berichte» bezeichnet, trotz der Vielzahl erdrückender Tatsachenbeweise. Das Schweigen der internationalen Menschenrechtsorganisationen und die mangelnde Bereitschaft, den israelischen Frauen angesichts der überwältigenden Beweise zu glauben, sei verheerend, schrieb Michal Herzog, Israels First Lady in Newsweek. «Sie haben uns und alle Frauen in diesem kritischen Moment im Stich gelassen.»

Von der Times of Israel um einen Kommentar zur sexuellen Gewalt der Hamas-Terroristen an israelischen Frauen gebeten, reagierte MeToo International mit einem Statement über die humanitäre Krise in Gaza, ohne die Hamas oder israelische Frauen mit einem Wort zu erwähnen.

Die meisten Gruppen, die ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen fordern, reagieren entweder mit Schweigen, glauben den Opfern nicht oder deuten an, ihr Schicksal sei verdient. 140 «prominente feministische Akademikerinnen» in den USA haben es abgelehnt, sich mit israelischen Frauen solidarisch zu erklären, da dies bedeuten würde, einem «kolonialen Feminismus» zu erliegen. Für viele woke Menschen sind Juden heutzutage offenbar weisse Imperialisten.

Wie Ruth Halperin-Kaddari, israelische Frauenrechtsexpertin an der Bar-Ilan-Universität in Ramat-Gan, gegenüber Journalisten erklärte: «Der Körper der Frau wird als Symbol des Körpers der Nation aufgefasst. Frauen zu vergewaltigen, in sie einzudringen, ist folglich so, als würde man in die ganze Nation eindringen und sie vergewaltigen.»

Sexuelle Gewalt an Frauen, insbesondere Vergewaltigung, wird seit je als Kriegswaffe eingesetzt. Schon in der «Ilias» wird von der Vergewaltigung Kassandras durch Ajax berichtet. Nestor warnt die siegreichen griechischen Soldaten: «Keiner soll sich beeilen, zu gehen, bevor er nicht mit der Frau eines Trojaners geschlafen hat.»

Da es den Männern oblag, Gemeinschaften und Länder zu verteidigen, bedeutete die Vergewaltigung ihrer Frauen im wörtlichen und übertragenen Sinne ihre Niederlage. Aber Vergewaltigung war auch ein Preis des Krieges. Eroberte Frauen waren legitime Beute: Sexualobjekte und wertvolles Eigentum.

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Vergewaltigung im Krieg als unvermeidliche Folge angesehen und blieb weitgehend ungestraft. Die siegreiche Rote Armee vergewaltigte nach der Niederlage Nazideutschlands 1945 bis zu zwei Millionen deutsche Frauen, von denen schätzungsweise zehn Prozent anschliessend Selbstmord begingen.

Seit den Bürgerkriegen auf dem Balkan und in Ruanda in den 1990er Jahren werden systematische Vergewaltigungen durch bewaffnete Gruppen von den Vereinten Nationen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Kriegsverbrechen sowie unter bestimmten Umständen auch als Völkermord betrachtet – wenn die Absicht darin besteht, den Feind ganz oder teilweise zu vernichten.

 

Im englischen Original auf weltwoche.ch/international/ werden Links zu Zeugenaussagen aufgeführt.

Aus dem Englischen von Matthias Fienbork

Die 3 Top-Kommentare zu "#MeToo gilt nicht für Jüdinnen"
  • Roland L.

    Es ist eine Schweinerei, dass der Westen diese Vergewaltigungen und Verstümmelungen nicht klar verurteilt. Es ist auch eine Schweinerei, dass wenn immer man sich in der Region zusammesetzen und eine langfristige Lösung finden will, Bomben fallen. Die Vermutung liegt nahe, dass Lösungsvorschläge jeweils sabotiert werden, weil dem Westen ein echter Friede nicht dienlich ist, da er mit Machtverlust verbunden sein würde. Arme jüdische Frauen und Kinder, arme Menschen auf beiden Seiten. Fürchterlich.

  • bmiller

    Ja, 50jährige Unappetitlichkeiten sind ungleich schlimmer für #meetoo und Co. als diese grauenhaften Taten in Israel.** Ein guter Text in der EMMA dazu: "Warum schweigen viele Feministinnen... ... zur Gewalt der Hamas gegen Frauen? Diese Frage wird gerade allerorten gestellt. Alice Schwarzer fragt zurück: Wer sind bitte DIE Feministinnen? " https://www.emma.de/artikel/und-die-feministinnen-340747

  • yvonne52

    Viele "echte" Feministinnen schweigen keineswegs. Sie werden einfach ausgeblendet und so auch nicht gehört.