Der Iran hat gestern das Todesurteil gegen den Deutsch-Iraner Dschamschid Scharmahd vollstreckt. Trotz internationaler Kritik, unter anderem aus Deutschland, wurde der 69-Jährige wegen Terrorvorwürfen hingerichtet. Nach Angaben der iranischen Justiz war Scharmahd für einen Anschlag verantwortlich, zudem soll er mit ausländischen Geheimdiensten kooperiert haben.

Deutschland hatte die Freilassung Scharmahds gefordert und das Urteil wiederholt als willkürlich bezeichnet. Bundesaussenministerin Annalena Baerbock verurteilte die Hinrichtung scharf und sprach von «schwerwiegenden Folgen für die diplomatischen Beziehungen» zwischen Teheran und Berlin.

Scharmahd war im Sommer 2020 gemäss Berichten vom iranischen Geheimdienst in Dubai entführt und in den Iran gebracht worden. Seitdem war er in Teheran inhaftiert und im Februar 2023 wurde in einem Prozess vor einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Menschenrechts-Organisationen kritisierten die Vorwürfe gegen Scharmahd als unbegründet, sie sprachen von einem politisch motivierten Vorgehen gegen den Doppelstaatsbürger. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte ebenfalls Bedenken über das Verfahren geäussert.