Es ist noch nicht mal Ostern, aber Viktor Orbán hat Friedrich Merz ein dickes Ei ins Nest gelegt. Mit seiner Einladung des per internationalem Haftbefehl gesuchten israelischen Premiers Benjamin Netanjahu hat er den präsumtiven Kanzler massiv unter Zugzwang gesetzt.

Im Wahlkampf hatte Merz versprochen, er werde «Mittel und Wege» finden, Netanjahu nach Deutschland einzuladen, ohne ihn zu verhaften und an den Internationalen Strafgerichtshof zu überstellen. Dazu wäre Deutschland verpflichtet.

Das galt eigentlich auch für Ungarn, aber dessen Regierungschef entzog sich der Verpflichtung, indem er die Mitgliedschaft im Gerichtshof aufkündigte.

Der Schritt war konsequent und mutig. Aber was heisst das für Merz?

Seine Ankündigung vergessen? Diesen Ausweg hat ihm Orbán versperrt.

Seine Ankündigung umsetzen? Damit bräche Berlin Völkerrecht.

Netanjahu auf neutralem Boden empfangen? Im Transitbereich des Flughafens? Ja, toll.

Der Fall zeigt, was immer mehr Bürger beunruhigt: Kann Merz Kanzler? Ein Mann, der sein Mundwerk nicht im Zaum hält?

Umfragen zeigen: Das Vertrauen in Merz ist auf einem Tiefstand, bevor er überhaupt vereidigt ist. Das muss ein Rekord sein.