Rimini ist der Klassiker unter den Ferienorten an der Adria. Im Juni, so wie jetzt, ist es sonnig und warm, aber nicht allzu heiss, und vom Meer her weht ein sanfter Wind.

Thomas Bucheli von «SRF Meteo» schafft es, sogar dieses ideale Klima in eine Hölle der Hitze zu verwandeln. Für den Freitag dieser Woche sagte er für Rimini glühende 39 Grad im Schatten voraus. In Wirklichkeit betrug die Temperatur dann angenehme 28 Grad.

Hitzkopf Bucheli und das 18-köpfige Team von «SRF Meteo» sind damit weiterhin in Hochform und auf Rekordkurs. Schon letzte Woche hatten sie für Athen eine Gluthitze von 43 Grad prognostiziert. Es waren dann gerade mal 32 Grad. Mit dieser Fehlprognose von elf Grad Überhitzung übertraf Bucheli seinen bisherigen Rekord von zehn Grad zu viel, den er letztes Jahr für Südfrankreich aufgestellt hatte.

In Rimini nun egalisierte er seine neue Bestleistung. Im Publikum sind inzwischen viele davon überzeugt, dass Bucheli ein klimapolitischer Überzeugungstäter ist. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass andere Wetterdienste immer viel tiefere Temperaturen als Bucheli vorhersagen. Auch für Rimini lag zum Beispiel The Weather Channel nicht elf, sondern nur drei Grad daneben.

Nachdem am Wochenende auch der Blick über Buchelis Fehlschüsse geschrieben hatte, tischte er gegenüber diesem Blatt eine abenteuerliche These auf. Es komme auf den Messpunkt an, sagte er, denn in Küstenstädten könne die Temperatur von der Küste bis zur Innenstadt um bis zu 15 Grad variieren. Im Falle von Athen würde das bedeuten, dass es unten am Hafen von Piräus 15 Grad warm ist und es oben auf der Akropolis bei 0 Grad schneit. Einen solchen Schmarren glaubt wohl nicht einmal Bucheli selbst.

Wie auch immer, der Sommer ist noch lang. Es ist der Sommer der Olympischen Spiele. In der Disziplin der meteorologischen Fehlprognosen wäre Bucheli jedenfalls der klare Favorit für der Goldmedaille.