Wie wenig sich die Bilder glichen: Als J. D. Vance im Münchner Militaristenklub sprach, regte sich keine Hand. Als Wolodymyr Selenskyj auftrat, hielt es keinen auf dem Stuhl: Standing Ovations für den Rockstar aus Kiew.

Mal heiss, mal kalt – Europa erlebte ein Wechselbad der Gefühle.

Tischte Vance unangenehme Wahrheiten auf, gab Selenskyj den Märchenonkel. Lyrisch fantasierte er von einem La-la-Land, in dem nur die Einhörner fehlten. In dieser Welt gibt es ein geeintes, starkes Europa, «das sich nicht herumschubsen lässt». Es gibt sogar eine europäische Armee, in der die Ukraine den Ton angibt: «Wir haben die Kampferfahrung, ihr die Ressourcen.»

Der Applaus zeigt, wie Europa die Realität verdrängt. Doch sie lässt sich nicht verleugnen: In die Schnappatmung nach der Vance-Rede fiel die Nachricht, dass Amerikaner und Russen miteinander reden werden.

Die Themen: die Ukraine und Europas Sicherheit. Nicht mit dabei in Saudi-Arabien: die Ukraine und Europa.

Wie war das mit dem Herumschubsen?