Die Ampel ist Geschichte, Schwarz-Rot steht vor dem Neubeginn. Doch wie nennt man eine Koalition, die zusammen keine 50 Prozent der Wählerstimmen vereint?

Friedrich Merz, CDU-Chef und mutmasslich designierter Kanzler, will jedenfalls nichts mehr von der altbekannten «Groko» wissen. Bei einem Stimmenanteil von gerade noch 46 Prozent sei der Begriff nicht mehr angemessen, so Merz. Als Alternativen schlug er vor: «schwarz-rote Arbeitskoalition» oder gar «Koalition von Aufbruch und Erneuerung».

Aus der Opposition hagelt es indes Spott. Grünen-Chefin Ricarda Lang kommentierte die Debatte auf ihre Weise – und präsentierte auf X (ehemals Twitter) ihren eigenen Vorschlag: «Blackrot».

Auch andere Oppositionelle warfen kreative Alternativen in den Ring: «Kleiko» (kleine Koalition) und «Schuko» (Schuldenkoalition) kursieren bereits als Etiketten für das Bündnis aus CDU/CSU und SPD. Die Reaktion auf die Namenssuche ist Teil eines grösseren Trends: Die neue Regierung, die sich inhaltlich noch finden muss, kämpft bereits um ihre narrative Deutungshoheit.