Am Dienstag ging es im Nationalrat wieder einmal um die Entschädigungen für Parlamentarier – genau genommen um einen Vorstoss von SVP-Nationalrat Andreas Glarner.

Er sagt, es gebe immer weniger Politiker im nationalen Parlament, welche nebst dem politischen Amt einer anständigen Tätigkeit nachgingen. Die viel zu hohe Entschädigung führe dazu, dass man als Parlamentarier vom Amt leben könne.

Glarner findet das nicht gut, weil viele Politiker in Bundesbern so keinen Bezug mehr hätten zum normalen Leben. Der Aargauer verlangt deshalb eine Halbierung der Bezüge von National- und Ständeräten.

Noch-Mitte-Präsident Gerhard Pfister, der bei diesem Geschäft als Berichterstatter für die vorberatende Kommission fungierte, wehrte sich namens der Kommissionsmehrheit gegen diesen Vorschlag. Doch dann entwickelte sich die Debatte in eine andere Richtung.

Denn Pfister nutzte den Auftritt, um eine Erklärung über den Unterschied einer Berufstätigkeit und der Ausübung einer Parlamentsmandates abzugeben.

Im Wortlaut: «So habe ich zum Beispiel keine Kenntnis davon, dass es für normale Arbeitnehmende am Arbeitsplatz möglich ist, morgens um elf bereits das erste Glas Weisswein zu trinken, wenn sie anschliessend weiterhin präsent sein müssen», so der Zuger.

Pfister nannte keine Namen; für alle, die sich im Parlament ein wenig auskennen, war jedoch klar, dass der Satz auf die sogennannte Weissweinfraktion im Bundeshaus gemünzt war, zu der eben auch Andreas Glarner zählt. Es gibt sogar einen speziellen Eiskübel mit der Aufschrift Weissweinfraktion, wo Glarner und Co. ihre Flaschen kühl abstellen können.

Das ist zwar lustig. Aber es erschliesst sich einem nicht unbedingt, was Pfister damit sagen wollte – dass man allen, die bereits um 11 Uhr beim Apéro sitzen, die Bezüge kürzen soll?

Gut möglich, aber komisch.