Der deutsche Abgeordnete lebt komfortabel. Seit dem 1. Juli noch ein bisschen mehr.

Sein denkwürdigerweise «Entschädigung» genanntes Gehalt beträgt seit dem 1. Juli 2024 monatlich 11.227,20 Euro. Dazu kommen 5051,54 Euro steuerfreie Aufwandspauschale, macht brutto rund 200.000 im Jahr. Bahn und Inlandsflüge sind kostenfrei. In die Rentenkasse zahlen die deutschen Abgeordneten nicht ein, erhalten aber dennoch für jedes Jahr ihrer Tätigkeit einen Rentenanspruch in Höhe von 2,5 Prozent ihrer Entschädigung, aktuell also 280,68 Euro.

Rund 40 Prozent der Abgeordneten reicht das noch immer nicht, sie verdienen sich ein unterschiedlich hohes Zubrot. Einer der Spitzenreiter ist dabei der FDP-Vize Wolfgang Kubicki, der als Anwalt auf Nebeneinkünfte von rund 146.000 Euro kommt. Der AfD-Abgeordnete Bernd Schattner betreibt neben seinem Bundestagsmandat eine Küchen- und Granitvertriebsgesellschaft. Seine monatlichen Einkünfte als geschäftsführender Gesellschafter: 9051 Euro.

Ist das nun alles zu viel?

Ein Geschäftsführer in einem mittelständischen Betrieb verdient laut Industrie- und Handelskammer 230.000 Euro im Jahr, liegt also etwa gleichauf mit den Abgeordneten und ihren zusätzlichen Vergünstigungen. Ein deutscher Arbeitnehmer verdient allerdings durchschnittlich mit 51.000 Euro nur ein Viertel von dem, was sein Abgeordneter nach Hause bringt.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im oberen Drittel, in Italien und im Europaparlament ist die Entlohnung besser, in Spanien und in Osteuropa deutlich schlechter. Der Job als Abgeordneter ist eine 24/7-Veranstaltung. Ein dickes Fell gegen öffentliche Kritik ist auch nicht schlecht.

Fazit: Nicht die absolute Höhe ist das Problem in Deutschland, sondern die Anzahl der Abgeordneten und ihre Privilegien. Nichts in die Rentenkasse einzahlen, aber eine vergleichsweise dicke Rente erhalten? Das geht gar nicht.

Gut bezahlt werden und Zeit haben für ein dickes Nebengeschäft? Da stimmt etwas nicht. Sich ein Parlament zu leisten, das nach dem chinesischen Volkskongress zu einem der grössten der Welt gehört – auch das ist eine krasse Missachtung des Willens all der Wähler, die einen schlanken Staat wollen.

Die 3 Top-Kommentare zu "200.000 Euro und jetzt noch ein bisschen mehr: Was Deutschlands Abgeordnete an Gehalt und Privilegien im Jahr verdienen, ist an Hohn für den Wähler nicht zu überbieten"
  • UKSchweizer

    Bei diesen Abgeordneten von "verdienen" zu schreiben ist falsch, da sie ja dafür nicht entsprechend dienen. Sie bekommen es einfach. Dies zudem auch wenn sie oft dem Ratssaal fernbleiben.

  • kostas

    200000 € im Jahr und die Extras aus der Waffen und Pharmalobby sind nicht mit eingerechnet. Die Bärbock und alle anderen "Koryphäen" der deutschen Politik wollen sogar extra Geld für Interviews..Das muss man sich mal vorstellen. Clarkson der USA Journalist wollte Boris Johnson Interviewen und er hat 1 Million Dollar verlangt. Die denken das sie Sokrates, Platon oder Aristoteles sind. Bärbock macht wieder Tam-Tam weil das Reich der Kiewer Junta kurz vor dem Zusammenbruch steht die ganze NATO mit

  • roro1

    Oliver Stock geht davon aus, dass die Deutschen einen schlanken Staat wollen? Wieso wählen sie dann SPD und Grüne und Die Linke und in Zukunft Sara Wagenknecht? Die stehen allesamt für einen möglichst fetten Staat, der alles Geld umverteilt. Und Umverteilung bedeutet viele Beamte. Nur die FDP möchte einen schlanken Staat. Selbst CDU/CSU sind dagegen, weil auch diese Partei viele Leute beim Staat unterbringen muss.